Worum geht es in diesem Projekt?
"Yangon Calling" portraitiert eine Musik-Szene, deren Existenz wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte - den burmesischen Punk Underground. Punk ist in Myanmar weit mehr als nur die oberflächliche Kopie einer westlichen Jugendszene. Schließlich trifft die rebellischste aller Jugendkulturen in der ehemaligen Militärdiktatur noch immer auf eines der autoritärsten Regime der Welt. Für junge Burmesen ist Punk eine Möglichkeit, der verhassten Regierung etwas entgegen zu setzen. Sie kritisieren in ihren Songs die soziale Schieflage in Myanmar und fordern Freiheit und Menschenrechte.
Sechs Wochen lang haben die Filmemacher Alexander Dluzak und Carsten Piefke in Yangon gedreht. Sie schmuggelten sich als Touristen in das Land und filmten heimlich mit kleinen Kameras. "Yangon Calling" (Sprecher: Bela B./Die Ärzte), ist ein Film über das Leben in einem autoritären Staat, über persönliche Tragödien und den Kampf nach Freiheit in einem Land, in dem Punk noch echte Rebellion ist.
"Yangon Calling" lief bereits auf zahlreichen Filmfestivals in Europa und Asien und in einer Kurzversion bei ZDF-Kultur. Im kommenden Jahr werden wir den Film auf DVD herausbringen, gemeinsam mit einem Buch über burmesische Jugendkultur. Film und Buch erscheinen zweisprachig deutsch/englisch. Dafür bitten wir schon heute um Eure Unterstützung.
Egal ob Punk, Metal oder Hip Hop. In Myanmar bedeutet einer Jugendbewegung anzugehören weit mehr als das bloße Kopieren irgendwelcher Trends aus dem Westen. Der burmesische Underground ist ein Ort der jugendlichen Opposition. Viele Musiker sind während der Militärdiktatur ein großes Risiko eingegangen und tun dies auch jetzt noch. Sie kritisieren in ihren Songs die Regierung und thematisieren soziale Ungerechtigkeiten.
Einige haben dafür einen hohen Preis gezahlt. So saß etwa der bekannteste Rapper des Landes drei Jahre für Kritik an der Regierung im Gefängnis. Als die Mönche 2007 bei der so genannten „Saftran Revolution“ auf die Straße gingen, waren es die Punks, die sich ihnen als erste anschlossen.
In dem Buch soll es aber grundsätzlich auch darum gehen, wie es ist, in einem Land jung zu sein, das gerade ganz von vorne beginnt und das ziemlich anders ist, als die Länder, in denen die meisten von uns leben.
Darüber wird es Texte, Interviews und Fotos geben. Zum Beispiel über burmesische Streetart Künstler, die aus Protest gegen die ständigen Stromausfälle die ganze Stadt mit gesprühten Steckdosen überziehen, über die Hardcore-Szene, die ziemlich mit dem relaxt-buddhistischen Habitus der meisten Burmesen kollidiert oder über die Jugendorganisation "Generation Wave", die mit Rap Songs und Graffiti gegen die Generäle protestierte.
Mit "Fly Fast Records" haben wir einen in asiatischer Popkultur bewanderten Verlag gefunden, der sich auf die Veröffentlichung von Büchern mit DVD spezialisiert hat und "Yangon Calling" mitsamt Buch herausgeben wird. Auch wenn Myanmar gerade Schlagzeilen macht, ist es doch ein Liebhaberprojekt für das wir neben all unserem Herzblut eine Anschubfinanzierung brauchen. Darum unterstützt uns und lasst dieses Projekt Wirklichkeit werden.
Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?
Ziel des Projekts ist die Veröffentlichung des 60minütigen Dokumentarfilms "Yangon Calling - Punk in Myanmar" gemeinsam mit einem Buch über burmesische Jugendkultur. Der Film ist fertig und lief bisher auf zahlreichen Festivals in Europa und Asien. Und auch bei dem Buch gibt es Fortschritte, die meisten Geschichten sind recherchiert und es gibt bereits viele gute Bilder. Jetzt geht es an das Schreiben der Texte und wir machen uns Gedanken über Layout und Grafik.
Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?
Weil es bisher kein Film- und Buchprojekt über den burmesischen Underground gibt und weil Jugendkultur in Myanmar aufgrund der Geschichte eine gesellschaftliche Kraft besitzt, die sie in den meisten westlichen Ländern längst verloren hat. Myanmar war 50 Jahre vom Rest der Welt abgeschottet, es gibt dort eine junge Generation, die Träume hat und sich nach ein bisschen Normalität sehnt und um die geht es bei diesem Projekt.
Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?
Mit einem Großteil des Geldes bezahlen wir die Grafiker, die das Buch gestalten. Dazu kommen Lizenskosten etwa Gema und Bilder. Ausserdem soll es den freiberuflichen Autoren der Texte ermöglichen, ein, zwei Wochen am Stück durchschreiben zu können, ohne gleich wieder jeden Job annehmen zu müssen.
Wer steht hinter dem Projekt?
Der Filmemacher und Journalist Alexander Dluzak www.dluzak.de
Der Filmemacher und Video Editor Carsten Piefke
Der Fotograf Matt Grace www.witnessburma.com
Und der Journalist, Filmemacher und Verleger George Lindt www.fly-fast-records.com
Alexander und Carsten arbeiten seit einigen Jahren regelmäßig zusammen. Kennen gelernt haben sie sich im Schnittraum einer Berliner Fernsehproduktionsfirma, bei der Carsten als Cutter und Alexander als Fernsehautor arbeiten. Gemeinsam haben sie zahlreiche Beiträge für Kultur und Gesellschaftsmagazine für Arte, 3sat und die Ard produziert.
Ihr erster gemeinsamer Dokumentarfilm "Dragonstyle - Hip Hop in China" entstand 2007 und lief auf zahlreichen Filmfestivals und im Fernsehen bei ZDF Kultur. Im letzten Jahr folgte dann "Yangon Calling - Punk in Myanmar".
Alexander koordiniert die Arbeit an dem Buch und schreibt einen Großteil der Texte. Carsten beschäftigt sich mit der Produktion der gesamten Filmbeiträge. Matt liefert die Bilder für das Buch und schreibt Texte.
Kennen gelernt haben sich die drei auf einem Punk Festival in Myanmar. Matt kommt aus England, pendelt aber seit Jahren zwischen Myanmar und Thailand. Ein Themenschwerpunkt ist dabei der burmesische Underground. Seine Fotostrecke über Punk in Myanmar erschien gerade im Vice Magazine.
George Lindt ist Journalist, Filmemacher und Geschäftsführer des auf asiatische Popkultur spezialisierten Verlags "Fly Fast Records". 2006 veröffentlichte er gemeinsam mit der Filmemacherin Susanne Messmer den Dokumentarfilm "Beijing Bubbles - Punk und Rock in Chinas Hauptstadt". George kümmert sich um Layout, Vertrieb und Marketing von "Yangon Calling".