Stefan Hanitzsch Na endlich! Jetzt wird hier mal diskutiert.
Teile nämlich die Haltung, dass persönliche Mitteilungen auch entsprechend verschickt werden sollten, und deshalb eine Pinnwand nicht der ideale Ort dafür ist, zumal wenn es sich um ausgiebige persönliche Unterhaltungen handelt.
Was die Kunstform "Harlem Shake" betrifft: Sie polarisiert, auch beim Störsender, und eine Kunst, die nicht gleichgültig lässt, ist immer sinnvoll. Denn was ist der Sinn der Kunst, wenn nicht die Provokation? Kunst sollte dabei an Grenzen gehen.
Dass die Grenzen - ausgerechnet beim Störsender - so eng liegen; dass es so einfach sei, zu Polarisieren, hätte ich bei Dreh und Schnitt des "Störlem Shake" natürlich nicht gedacht.
Der "Harlem Shake", der das Ganze inspiriert, vermittelt auf dadaistische Weise internationale Solidarität und anarchische Gefühle. Zumindest bei den Menschen, die sich von dieser Kunstform angesprochen fühlen. Alle anderen sind der Meinung: Unerhört, was soll das!?
Also wäre eine etwas tiefer gehende Kritik am "Störlem Shake" am ehesten noch jene, dass der "Harlem Shake" ja bereits Mainstream sei. Sogar Hertha BSC Berlin hat einen gemacht. Und der Störsender sei ja abseits des Mainstream und darum Themaverfehlung. Nein! Denn:
1. Darf der Störsender alles, was gefällt. Auch, und gerade dann, wenn es nicht jedem gefällt.
2. Es gibt auch abseits des Mainstream Meinungen, die dort Mainstream sind. Beispiel: "Alle Meinungen, die in den Mainstream-Medien nicht vorkommen, sind wahr." (Wahrheitsbewegung)
3. Der Störsender hat sich die Aufgabe gestellt, auch die Störseher zu provozieren, nicht nur die Politiker und die Lobbyisten. Das war zwar nicht die Idee des "Störlem Shake", er war ja schlicht als kleines "Dankeschön" gedacht, dennoch: Aufgabe erfüllt.
4. Nur, weil vierhunderttausend Bienen einen Honig mögen, werde ich ihn nicht verschmähen, im Gegenteil.
5. Tipp: Einfach mal mit guten Kopfhörern den "Harlem Shake" genießen. Power von Baauer.
Auszug aus dem Wikipedia-Artikel über Dadaismus:
"Dada zerstörte die getrennten Ausdrucksweisen der Künste und führte verschiedene künstlerische Disziplinen zusammen, die z. T. anarchisch miteinander verbunden wurden: Tanz, Literatur, Musik, Kabarett, Rezitation und verschiedene Gebiete der Bildenden Kunst wie beispielsweise Bild, Bühnenbild, Graphik, Collage, Fotomontage. Die Dadaisten entdeckten den Zufall als schöpferisches Prinzip."
(Herv. d. Red.)
http://de.wikipedia.org/wiki/Dadaismus
09.03.2013, 11:08