Worum geht es in diesem Projekt?
Ich versuche hier 2000 Euro zu bekommen, um meine Idee einer Naturmatratze umzusetzen.
Hier beschreibe ich kurz "meine" Naturmatratze:
Naturmatratzen werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Diese Rohstoffe dürfen nicht chemisch verändert worden sein. Es muss wenig Energie in die Rohstoffe für Veredlung (Leinenstoff, Faden, pressen des Stroh... ) und den Transport fließen. Die Herkunft der Rohstoffe muss bekannt sein. Nach Möglichkeit haben die Rohstoffe ein ökologisches Zertifikat.
Die Naturmatratze der "normalen" Hersteller:
Naturmatratzen werden in der Regel aus latexierten Kokosfaser- und/oder Latexplatten hergestellt. Zwei dieser Platten werden zugeschnitten und aufeinander gelegt, geklebt, verbunden und dann mit einer Hülle aus Baumwolle mit Schaf- oder anderem Filz eingefasst.
Der Latexkern wird wird direkt bei einem Unternehmen bezogen, welches große Plantagen in Asien unterhält und nach der Ernte den Saft der Bäume weiter verarbeiten.
Fast jeder Naturlatex stammt aus Monokulturen (Plantagen). Diese sind ohne Fungizide gegen einen Pilz nicht möglich. Dieser Pilz hat schon zur Aufgabe von Plantagen geführt.
Der Naturlatex wird geerntet, die Milch dann konzentriert (Zentrifugiert) weiter wird Schwefel, Antioxidatien und Vulkanisiermittel hinzu gegeben, um den Rohlatex haltbar zu machen und das anschließende Schäumen durchführen zu können. Zudem wird ein Geliermittel zugegeben. Nach dem Vulkanisieren, waschen und trocknen wird bearbeitet und ggf. geklebt. Geliefert wird dann an den Matratzenhersteller ein Latexelement in Matratzendicke oder in dünnerer Ausführung.
Die verwendeten Mittel werden nicht deklariert, was bei vielen Naturprodukten üblich ist (z.B. Volldeklaration von Naturfarben).
Als Beispiel: Interlatex liefert 40.000 cbm* geschäumtes Latex/Jahr aus. Sie beliefern auch LATEXNUN
www.interlatex.com - Hier die Produktion im Ablauf mit Bildern: http://www.interlatex.com/pf.html
*Entspricht 130.000 Stück Latexrohlinge 200x100x15
Der Latex der Kokosfaser ist wohl nicht immer natürlich. Die Kokosfaser ist zudem bei Matratzen häufig kein Abfallprodukt, sondern die Kokosnuss wird vor der Reife geerntet, da sie dann die besseren Fasern hat. Rosshaar kommt in der Regel aus China, denn sonst wird es zu teuer, sagte mir ein Importeur.
Also fast alle Rohstoffe oder Fertigprodukte für "normale" Naturmatratzen kommen den weiten Weg aus Asien.
Meine Naturmatratzen mit verschiedenem Stroh und Leinenstoff:
Meine Naturmatratzen bestehen auch aus 2 dünnen Teilen. Jede besteht aus einer Leinenhülle, die mit getrockneten Pfanzen oder Pflanzenteilen oder Wolle gefüllt werden. Die Hülle hat etwa die Breite und Länge der Matratze. Sie wird mit den Naturmaterialien versteppt. Diese eine Schicht bekommt einen Filz ringsum und eine Hülle aus Leinen. Beide Schichten werden dann lösbar miteinander verbunden. Sie können gedreht werden, um eine Seite zu schonen oder der Bildung einer Kuhle vorzubeugen.
Die Idee der zwei Teile entstand aus der Vorstellung, dass z.B. Roggenstroh länger hält wie Heu. Also ist es sinnvoll nicht alles weg zu werfen, sonder nur das nicht mehr akzeptable Teil.
Hier ist die Überlegung, dass jemand mit Hämorriden zum Beispiel eine Füllung mit Schafgarbe für einige Monate nimmt oder bei anderen Problemen andere Füllungen oder Beilagen.
Verwendet werden weitgehend Rohstoffe, die einen überschaubaren Weg hinter sich haben. So werden nach und nach Roggen, Hanf und andere Produkte hier vor Ort auf dem kleinen Hof (5,8 ha) angebaut (eventuelle muss Fläche hinzu gepachtet werden). In diesem Jahr ist es ein Test von Sommerroggen und 2000 qm Hanf.
Es wird keine Bauwolle, Kokosfaser, Latex, Rosshaar, Jutegewebe u.a. aus Asien in den Matratzen eingebaut.
Segras, dass besondere Kraut
Geplant ist es das Seegras, was nach dem 2.Weltkrieg von der Kokosfaser verdrängt wurde, wieder in Matratzen einzubauen. Es hat natürliches Meeressalz gespeichert und ist daher gut gegen Milben im Bett. Im Gegensatz zur Kokosfaser brennt es nicht. Leider gibt es seit 2010 an den Stränden Lettlands kein Seegras mehr, da das Wasser nicht sehr viel Salz enthält und die Verschmutzung der Ostsee zugenommen hat. Seegras gibt es aber noch in Deutschland und Polen. Im Prinzip an vielen Stellen der Erde am Meeresstrand.
Ich suche da noch Verbündete, die am Meeresstrand wohnen und mir helfen können, an Seegras zu kommen.
Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?
Ich habe mir einiges vorgenommen.
Die Ausweitung der Füllstoffe (z.B. Hirse, Süßwasser-Algen):
Es gibt viele Produkte, die in meine Matratze können. Grundsätzlich ist aber ein nach und nach nötig, denn jeder Rohstoff hat seine Eigenart.
Auf Hirse bin ich gekommen, weil mich danach jemand fragte. Auf Algen bin ich gekommen, weil ich häufig auf den Weg nach Kuldiga an einem Bach halte, mein Hund geht dort baden, und dort Algen wachsen.
Unterschieden werden Beimengung und Beilagen oder komplette Füllungen.
Ich habe mir einige vorgenommen.
Es soll Herstellern von Naturmatratzen angeboten werden, dass wir bestimmt Elemente liefern (Latex + Seegras / Kokos + Roggenstroh /...). Es gibt in Deutschland etwa 20-25 Hersteller der "normalen" Naturmatratze.
1-3 Hersteller finden, die etwas andere Natur in die Matratzen einbauen, führt beim Rest zum Defizit und sicher wird etwas mehr versucht, wie Latex als das Wunder der Natur zu preisen (Löwenzahn hat übrigens auch 15% Latex in der Wurzel). Es geht schlecht machen oder besser machen. Jedenfalls kann mit der Lieferung an 1-3 alles gut aufgemischt werden.
Es gibt also praktisch zwei Zielgruppen:
1. Natürlich die "normalen" Naturmatratzen-Hersteller
2. Natürlicher den Endnutzer (Verbraucher), um auch selber sehen zu können, welche Naturmatratze gefragt ist. Denn eigentlich ist die mögliche Vielfalt sehr groß.
Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?
Hanf macht Kultur. Stroh hat Kultur, Leinen ist Kulturgeschichte und Seegras im alten Fernsehsessel.
Ich habe beschrieben, dass die normale Naturmatratze nicht so natürlich ist.
Mit meiner Matratze kann ich die Diskussion um einen gesunden Schlaf auf natürlichem Material beleben.
Diskussionen bedeuten Bewegung. Ideen und Innovation werden die Folge sein.
Wikipedia schreibt:
Kultur (zu lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“, von colere „wohnen, pflegen, verehren, den Acker bestellen“)
Aparniieki = Ackerbauer
Hier auf dem Hof wurde schon viel Kultur in diesem Jahr angezettelt. Ich habe 2500 qm Brache zu Ackerboden umgewandelt. Auf der Fläche wächst Hanf und Roggen, beides alte und besonders genügsame Pflanzen. Der Hof hat den Namen "Aparnieki", dass heißt übersetzt soviel wie "Ackerbauer". Also ist der Hof ein Ort der Kultur.
Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?
Ich werde dieses Kapital benutzen, um die Kampagne zu starten. Sollte ich Erfolgreich sein, werde ich auf jeden Fall wieder hier auftauchen.
Hier auf dem Hof wird es nach der Finanzierung (aber auch ohne) noch spannend und ich werde aufregende Wochen und Monate vor mir haben.
Wer steht hinter dem Projekt?
Das bin ich, Antonius Grotenhermen. Ich bin gebürtiger Westfalen und seit 4 Jahren in Lettland. Ich bin Bauernsohn, habe aber das Tischlerhandwerk erlernt und mich zum Holztechniker weiter gebildet.
In Deutschland habe ich viele Jahre Jugendarbeit geleitet und war politisch Aktiv, jeweils bis Gremien auf Landesebene.
Ich denke seit vielen Jahren ökologisch. Teilnehmer des 1. Deutschen Umwelttages in Würzburg 1986, damals mit der Katholischen Landjugendbewegung. Mitarbeiter am www.e-u-z.de 1996/1997. Mitglied des Vergabeausschuss des Ökofonds der Grünen NRW und vieles andere.
Hier in Lettland was aufzubauen, ist schwer, weil der Staat es der Wirtschaft nicht leicht macht und der Mensch (wenig Geld) nicht zuverlässig ist. Alte Firmen haben starkes Defizit in der Kommunikation und Logistik. Ich habe schon sehr viel Lehrgeld bezahlt.
Daher steht hier auch nur ein Name. Ich werde nichts mehr mit einem Letten gemeinsam machen (2 x versucht) sondern alles auf dem Hof Aparnieki stattfinden lassen.
Und ich habe weiterhin lettische Freunde und Bekannte.
Die Sache mit den Matratzen (Hanfstroh, Flachsstroh, Roggenstroh, Seegras und anderes), hier oben beschrieben, habe ich seit diesem Jahr. Das ist mein neues Projekt. Seit 2 Jahren habe ich versucht Matratzen aus Roggenstroh herzustellen, das sind die 2 Versuche...es hat nicht geklappt. Aber aus jedem Versuch habe ich gelernt, die Matratze bessser zu bauen und mit Letten umzugehen.
Fans
UlrichG
Woods
Anonymer Nutzer
innovator
Sophie Schweisfurth
richard machel
jantothe
Lapsina
Anonymer Nutzer
Bernd Schlag
Monika Wagner
julija jansone

