Myanmar Goes DemocrazyDaniel Grendel

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Myanmar Goes Democrazy

Es geht um einem scheinbaren Wandel in einem Land das 60 Jahre unter einer Militärdiktatur regiert wurde.
Dieses Land heißt Myanmar auch bekannt als Burma.

Kategorie: Film / Video
Stadt: Köln
Schlagwörter: Dokumentation, DOKU
Finanzierungszeitraum: 18.07.2012, 15:53 Uhr bis 08.09.2012, 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum:

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Update vom 06.02.2014

Hier ein Interview zu den Dreharbeiten, dem Film und zu den Zukunftsplänen von "Myanmar goes Democrazy" erstellt von Lisa (01.02.2014)

Daniel, du bist gerade in den letzten Zügen deines Films. Wie geht’s dir damit im Moment: Verfluchst du das Projekt, oder freust du dich total?

Sowohl als auch. Ich freu mich, dass es bald zu Ende ist. Aber es gibt auch noch viel zu tun.

Und du gehst auch noch zurück nach Myanmar, um den Protagonisten deinen Film zu zeigen?

Ja, das habe ich ihnen versprochen. Das wird auch bei allen gelingen, nur beim Fischer, der 45 Tage am Stück auf hoher See ist, wird’s schwierig. Ich werde ihn in der Hafenstraße in der sich in seiner wenigen Zeit an Land rumtreibt, per Fotoaushang suchen und seine Geschichte für ihn hinterlegen.

Du hast also keinen Kontakt zu ihm?

Leider nicht. Aber er hatte mir während der Dreharbeiten schon angekündigt: 'I cannot play Internet'.

Hast du denn zu den anderen Protagonisten Kontakt?

Zu den Punks und Ashin, dem Mönch, regelmäßig. Zu der Familie von der Mülldeponie habe ich keinen Kontakt, weiß aber, dass sie immer noch dort lebt. Und mir wird ausgerichtet, dass Tin Tin Thew schon wartend nach mir fragt. Zu der Reporterin habe ich nur indirekten Kontakt über die Presseagentur, für die sie damals gearbeitet hat. Das wird meine erste Anlaufstelle in Yangon … hoffentlich ist sie da überhaupt noch.

Was machst du, wenn einer von ihnen Änderungswünsche hat? Haben deine Protagonisten überhaupt Mitspracherecht?

Eigentlich glaube ich, dass sie alle mit der Geschichte zufrieden sein werden. Wahrscheinlich finden sie es nur komisch, sich selbst zu sehen so wie es uns allen geht. Aber inhaltlich wird alles ok sein.

Nun ist es ja schon zwei Jahre her, dass du diese Menschen begleitet hast. Hat sich seitdem etwas Besonderes in deren Leben verändert?

Natürlich. Für die Punks ist es heute zum Beispiel anscheinend einfacher geworden, an einen Pass zu kommen: Die Rebel Riots waren auf Tour in Indonesien. Und mein Mönch steht nicht mehr unter Hausarrest. Die Familie lebt immer noch auf der Mülldeponie.

Ist der Vater zurückgekehrt?

Das verrate ich nicht. Ich fahre nämlich nicht nur nach Myanmar, um meinen Protagonisten ihre Geschichte zu zeigen, sondern auch, um das Ende des Films zu drehen.

Haben sich die Protagonisten nicht in Gefahr begeben, indem sie sich so offenherzig in einem deutschen Filmprojekt zeigen?

Es gab heikle Momente, aber richtig gefährlich war's im Endeffekt nur ein Mal, in Ashins Dorf. Der Polizist, unter dessen ständiger Beobachtung Ashin stand, hat seinen Chef angerufen als er mich – mit Kamera – an seiner Seite gesehen hat. Ungefähr zwölf Stunden später kam ein Geländewagen mit dem Secret Service, dem Head of Police Department, jemandem von der Einwanderungsbehörde und einem älteren Mönch. Fast fünf Stunden lang wurde auf burmesisch diskutiert, was wir hier machen. Völlig unvermittelt fragte Ashin mich irgendwann: 'Daniel, bist du bereit ins Gefängnis zu gehen? Es kann sein, dass wir zwei inhaftiert werden, wenn wir auf unser Recht beharren, weiterzudrehen.' Letztendlich gab's einen Kompromiss: Ich durfte tagsüber mit Ashin drehen und wurde jeden Abend drei Stunden lang von einem Polizisten zurück in die Stadt gefahren, am nächsten Morgen ging's wieder drei Stunden zurück in Ashins Dorf.

Du erzählst das schmunzelnd. Gab's keine Situationen, in denen du Angst hattest?

Doch, als ich nach der Diskussion mit den Herren von der Staatspolizei so getan habe, als würde ich mit der deutschen Botschaft telefonieren, da wollte ich mal gucken: 'Wie weit gehen wir hier?'. Da hatte ich schon etwas Schiss. Und als ich beim Rückwärtslaufen in den Wassergraben gefallen bin, der die Mülldeponie umringt. Reinstes Schlammwasser mit Maden und allem was dazu gehört. Schwupp - ich bis zur Hüfte drin. Da hatte ich Angst um meine Gesundheit, weil dieses 'Wasser' eine Bazillensuppe ist, in der auch noch haufenweise Scherben schwimmen. Aber es ist alles gut gegangen.

Hast du Angst, dass dir im Nachhinein noch was passiert – nach Dreharbeiten in einem solchen Land?

Nein, ich glaube das Land ist in einem unaufhaltbaren Wandel. Mein Film ist ja hoffentlich einigermaßen neutral. Burma steckt mittlerweile ein ganzes Stück weit mitten in der Demokratie. Der Wandel ist wirtschaftlich so deutlich spürbar, dass die Burmesen da nicht mehr rauswollen. Das Land ist einem Aufschwung – durch die Demokratie. Das sehen und spüren ja auch Generäle, also wollen sie auch nicht mehr zurück. Sie wollen halt ihre Macht nicht verlieren … wir werden sehen.

Wie ist es überhaupt zu der Idee für diesen Film gekommen?

Als stinknormaler Backpacker durch Südostasien unterwegs gewesen, Laos, Vietnam, letztendlich auf Koh Lanta in Thailand, einer paradiesischen Insel. Aber mir war langweilig nach zehn Tagen. Also bin ich eines Tagen zu den Booten geschwommen, die ich vom Strand aus sehen konnte. Mit Händen und Füßen habe ich mich mit einem der Fischer zum Fischen verabredet. Wie lange? Keine Ahnung. Wohin? Keine Ahnung. 'Hoffentlich bringen die mich wieder zurück', dachte ich mir. 2 ½ Tage waren wir unterwegs. Während des Trips hat sich herausgestellt, dass ich nicht mit Thais, sondern mit Burmesen unterwegs war. „Can no go home, war!“, sagte einer von ihnen. Ich wusste nichts über das Land, also hab ich nach dem Trip Mynamar gegoogelt und was ich dabei über die politischen Verhältnisse dort gelesen habe, hat mich nicht mehr los gelassen. Ein Jahr später bin ich während meines Thailandurlaubs an die Grenze zu Burma gefahren und habe mich dort in ein Flüchtlingscamp eingeschleust, bis ich von Thaisoldaten rausgezogen wurde.

Du bist ja Kameraassistent. War es so, dass du schon immer mal einen Film machen wolltest, und nach dem passenden Stoff dafür gesucht hast? Oder hat dich diese Begebenheit so interessiert, dass du dir dachtest: „Darüber mache ich einen Film“?

Zweiteres. Von Besuch zu Besuch, von Recherche zu Recherche hat sich meine Meinung immer mehr verfestigt, dass ich darüber einen Film machen möchte.

Mit welchem Ziel?

Mit dem Ziel, das wir jetzt haben: Ich will eine Geschichte erzählen. Von uns weiß keiner irgendetwas über Burma. Es war ein absolut isoliertes Land, nichts ist reingekommen, nichts raus – weder Informationen noch Wirtschaftsgüter, ähnlich wie in Nordkorea. Das Land ist doppelt so groß, wie Deutschland, und niemand berichtet davon – dass gegen Menschenrechte verstoßen wird usw. Niemand hat eine Ahnung, was dort alles passiert. 2007 schwappte mal eine Informationswelle rüber, als die Mönche auf die Straße gegangen sind. 1988 waren es die Studenten. Aber sonst hat man nie etwas über Burma gehört. Ich finde das spannend, vor allem auch für uns Deutsche, die immer nach Thailand reisen, ins Paradies, um zu entspannen, während ein paar Kilometer weiter Menschen einfach getötet werden.

Dein Interesse für den Stoff wurde also geweckt, dann warst du in dem Flüchtlingscamp und dann?

Während dieser Zeit habe ich gespart, mir Equipment zugelegt und dann das Flugticket nach Burma gebucht.

Klingt alles ziemlich spontan. Du wusstest also sofort: 'Ich mach das' und hast nicht etwa eine Pro-Contra-Liste geschrieben?

Nee, es war klar: 'Ich mach dat!'. Meine Familie war allerdings dagegen, meine Freunde teilweise auch. Ich kann leider nicht sagen, dass auch nur irgendeiner vorbehaltlos diese Idee unterstützt hätte, einfach weil alle sich Sorgen gemacht haben.

Und glaubst du, es war bloße Sorge von deinen Lieben, oder auch die Befürchtung, dass du dich in eine Schnapsidee verrennst?

Bestimmt auch, denn ich hab ja vorher noch nie einen Film gemacht und dann gleich so ein großes Projekt. 'Ja ja, mach du mal, dann haste ein nettes Urlaubsvideo', dachten manche glaube ich auch.

Bist du denn ein politischer Mensch? Du hättest ja genauso gut eine Reisedokumentation über Myanmar machen können.

Ich bin tatsächlich nicht wirklich politisch interessiert, mich interessiert eigentlich nur Gerechtigkeit.

Wenn man sich deinen Trailer anguckt, denkt man sich: 'Wow – wie ist der überhaupt an die Leute gekommen?

Facebook hat eine Daseinsberechtigung. Nee, von vorne: Ein Freund hat mich mit einer burmesischen Journalistin vernetzt, die mir schon mal weiterhelfen konnte. Ich hatte insgesamt mit dem Suchen und Finden meiner Protagonisten unheimliches Glück. Tatsächlich war es so, dass ich ursprünglich mit ganz anderen Menschen den Dreh begonnen habe, welchen, die ich schon von Deutschland aus kontaktiert hatte. Die sind im Schnitt aber doch alle rausgeflogen und die anderen Geschichten, die sich zufällig vor Ort ergeben haben, sind stärker geworden.

Wie hast überhaupt angesichts der Sprachbarrieren mit den Protagonisten kommuniziert?

Ich habe an Universitäten und Schulen nach englisch sprechenden Burmesen gesucht die mir helfen sollten. Das nennt sich dann Fixer, nicht Dolmetscher oder Translater. Es ging nämlich nicht nur ums Übersetzen, sondern dieser Fixer hat mich auch instruiert: 'Alles ist ok, du kannst drehen' oder aber auch: 'Pack sofort die Kamera weg, wir verschwinden hier'. Eigentlich gehört diesen Fixern die Hälfte der Arbeit, sie haben letztendlich meine Protagonisten gefunden und die Interviews geführt.

Du bist mit deiner Anfrage wahrscheinlich nicht nur offene Türen eingerannt. Kannst du uns sagen, wie viele der angefragten Burmesen zugesagt haben und wie viele nicht mitmachen wollten?

Nicht wirklich. Ich habe fast immer Zuspruch bekommen. Es war eher so, dass ich mich auch von Menschen trennen musste, mit denen ich schon gedreht hatte. Zum Beispiel sagte einer plötzlich nach zwei Wochen der Dreharbeiten: 'Ich will nicht, dass du mein Gesicht zeigst'. Das geht natürlich nicht. Auch wenn ich solche Entscheidungen nachvollziehen konnte, denn 'Ja' zu dem Projekt zu sagen ist das eine, irgendwann zu merken: 'Oh, der begleitet mich wirklich auf Schritt und Tritt mit der Kamera und stellt jetzt auch noch unbequeme Fragen', das andere. Ich habe mich zwar sehr langsam an die Protagonisten herangetastet, sie erst mal ohne Kamera begleitet, dann eine halbe Stunde pro Tag begleitend gedreht und dann mit lockeren Interviews angefangen, aber es gab trotzdem Rückzieher, was auch ok ist.

Gab's Momente, in denen du hinschmeißen wolltest?

(langes Zögern)
Nein. Es gab keinen Moment in dem ich ernsthaft dachte: 'Ich habe keinen Bock mehr, es geht einfach gar nicht.' Ich hatte eher zwischendurch Gedanken wie: 'Scheiße, ich weiß nicht, wie es weitergeht' oder 'Ich bereue das gerade' oder 'Ich weiß nicht, wie ich meine nächste Miete zahlen soll' oder 'Scheiße, jetzt will das Finanzamt auch noch Kohle, warum hast du so viel in diesen Film gesteckt?! Wärst du doch besser in der Zeit arbeiten gegangen!'. Es hat halt viel Kraft, Zeit und Geld gekostet. Aber im Endeffekt, auch wenn der Film für die Firma Grandpictures ein finanzielles Desaster ist, hab ich als Privatperson extrem viel für mich selbst aus dem Film herausgezogen, an Erkenntnissen. Ich war zum Beispiel in einem Dorf, in dem bitterarme Menschen gelebt haben, wo die meisten, die an einer Grippe erkranken, sterben. Und trotzdem beantworten diese Menschen die Frage, ob sie glücklich sind, mit einem klaren 'Ja'. Irgendwann kam auch mal die Frage auf, ob diese Leute eigentlich Stress haben. Die wissen nicht einmal, was Stress überhaupt bedeutet. Glück lässt sich in keiner Einheit messen, aber ich glaube, die sind da schon ganz glücklich.

Du warst fast sechs Monate vor Ort. Hattest du, zurück in Deutschland, erst mal genug von Myanmar oder ging die Arbeit direkt weiter?

Drei Tage nachdem ich gelandet bin, habe ich in Berlin mit Ayla, meiner Cutterin, die 110 Stunden Material gesichtet – zehn Tage lang. Dabei haben wir dann einen ersten Moodclip geschnitten. Danach habe ich das Crowdfunding angekurbelt und erst ein mal Aufträge als Kameraassistent angenommen, um nach einem halben Jahr wieder an „Myanmar goes Democrazy“ zu schneiden.

Wie war es dann, sich das Material noch ein mal mit so viel Abstand anzuschauen?

Interessant, denn ich war mir oft sicher, dieses oder jenes garantiert gefilmt zu haben … hatte ich aber doch nicht, sondern es nur miterlebt und im Kopf gespeichert. Außerdem haben wir, nachdem wir alle Interviews noch ein mal sorgfältig haben übersetzten lassen, festgestellt, dass die Fixer vor Ort uns teilweise nur den Inhalt übersetzt, aber viele Details ausgelassen hatten. Da haben sich noch Mörderinfos aufgetan, das waren positive Überraschungen. Es gab also solche und solche Momente.

Wie lange hast du für den Schnitt insgesamt gebraucht?

Ich habe drei Geschichten mit Ayla erarbeitet und zwei mit Silvana. Mit Unterbrechungen waren es auf jeden Fall mehr als einhundert Tage.

Der Film ist in absehbarer Zeit fertig. Und dann?
Es gibt mehrere Strategien, den Film zum Zuschauer zu bringen. Bis jetzt ist die Strategie, ihn auf A-Festivals einzureichen, also bei der Berlinale, dem Sundance, in Toronto – großen Filmfestivals. Ob man da gewinnt oder nicht ist egal, wenn der Film dort läuft, kommt man automatisch in die Presse und bekommt Aufmerksamkeit. Falls der Film auf solchen Festivals laufen sollte, würde ich Kontakt zu Verleihern aufnehmen, um ihn in die Kinos zu bringen und eine DVD-Vermarktung anzukurbeln. Dann sollte man sich noch überlegen: 'Macht das wirklich Sinn?', denn im Moment ist ja Video on demand sehr im Kommen. Es gibt zig Plattformen, auf denen man den Film anbieten könnte. Ich möchte natürlich, dass ihn so viele Leute wie möglich sehen, irgendwann auch umsonst, frei im Internet. Aber da der Film meine Firma relativ viel Geld gekostet hat, wäre es natürlich super, wenigstens ein bisschen Kohle wieder reinzukriegen. Dass ich damit wirklich Gewinn mache, ist eher unwahrscheinlich.

Wie optimistisch bist du, was das weitere Vorgehen angeht?

Inwiefern?

Ok, anders gefragt: Liegst du nicht manchmal im Bett und denkst dir: 'Holy Shit, was mache ich hier überhaupt? Ich habe so viel Geld in diesen Film gepumpt!“ oder hast du solche Momente gar nicht?

Im Endeffekt nicht, denn ich habe alles, was ich brauche: Eine tolle Wohnung, ein altes Auto das ich total mag. Ich kann in den Urlaub fahren, ich hab keine Familie für die ich Verantwortung übernehmen muss, nur für mich. Daher sehe ich den finanziellen Aspekt eher zweitrangig. Mir hat der Film einfach nur Spaß gemacht und ich hab unheimlich viel gelernt. Und je nachdem was mit dem Film passiert ... vielleicht kriege ich ja Lust, einen zweiten zu machen. Oder ich werde für eine Auftragsproduktion gebucht – vielleicht hilft mir der Film in der Hinsicht ja sogar weiter.

Besteht auch die Angst, dass keiner Notiz von dem Film nimmt und der Festivalplan nicht aufgeht?

Absolut! Ich bin nervös, definitiv. Weil da eben so viel Arbeit und Herzblut drin steckt. Natürlich kriege ich immer wieder positives Feedback, aber von Menschen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis, nicht von Wildfremden. Wie der Film tatsächlich in der großen Masse ankommt, ob er da überhaupt ein Zielpublikum findet, wer sich wirklich dafür interessiert – denn vorher hat's ja auch keiner getan – das beschäftigt mich schon. Ich habe seit ein paar Tagen Kontakt zu jemandem, der in Ludwigsburg Produktion studiert hat. Der hilft mir auf den letzten Metern als Berater und meinte: 'Daniel, du hast alles richtig gemacht. Aber es kann sein, dass sich trotzdem kein Arsch den Film angucken will. Denk größer! In Deutschland hast du vielleicht ein Zielpublikum von 5.000 bis hin zu 25.000 – was Wahnsinn wäre – aber du musst mit 5.000 Kinobesuchern zufrieden sein. Und jetzt denk mal global, denk mal weltweit – dann gucken sich das vielleicht ein paar mehr Menschen an.' Und das muss jetzt das Ziel sein: die weltweite Vermarktung.

Du hast ja bekannte deutsche Schauspieler als Sprecher für die Geschichten gewinnen können – kannst du darüber was erzählen?

Die Idee, mit Voice-overn zu arbeiten, hatte ich schon früh. Untertitel hätte ich schwierig gefunden, denn jeder Protagonist hat nur 20 Minuten – 20 Minuten, in denen ihnen der Zuschauer emotional nahe kommen soll. Untertitel würden einen dabei nur ablenken, man wäre die ganze Zeit mit Lesen beschäftigt. Mir als Kameraassistent war es wichtig, dass der Stoff gesehen und nicht gelesen wird – sonst könnten sich die Menschen ja auch ein Buch kaufen. Warum es dann ausgerechnet die Sprecher geworden sind: Erstens passen die Stimmen – wie ich finde – super zu den Protagonisten. Fahri Yardim hat zum Beispiel passend zum Protagonisten Metal total dreckig geredet. Marc Hosemann kann das bei Skin genauso und ich finde die beiden unheimlich glaubwürdig, weil sie die Geschichte gespielt und nicht wie Erzähler „nur“ gesprochen haben. Josefine Preuß macht ihren Part butterweich, genauso wie die Protagonistin auf der Mülldeponie selbst. Sie erzählt ohne Angst und Mitleid in der Stimme – so, wie es sein muss. Das Einsprechen hat übrigens pro Geschichte nur maximal zwei Stunden gedauert.

Wie hast du überhaupt Kontakt zu den Schauspielern aufnehmen können?

Ich komme ja aus der Filmszene und habe schon zwei Filme mit Hannes Jaenicke und Josy gedreht. Mit Marc und Fahri wurde ich über andere Filmschaffende vernetzt und eine Aufnahme fehlt ja eh noch, da bin ich aber dran.

Und die angefragten Schauspieler haben alle sofort zugesagt?

Nicht alle sofort, aber nachdem sie ihr jeweiliges Kapitel gesehen hatten, kam sofort die Zusage – und keiner von ihnen hat dafür Geld bekommen.

Was war während des Drehs in Burma dein bewegendster Moment?

Den habe ich auf Video! Morgens, 5:30 am Arsch der Welt. Man hört nichts außer Hühner und ab und zu einen Hund. Ich saß auf einer Treppe, auf ein mal kamen zwei Novizen, setzten sich neben mich und alberten herum. Plötzlich kam ein Lied und der Junge fängt an, leidenschaftlich mitzusingen – das war einfach schön, vor allem nachdem ich später erfahren habe, wovon das Lied handelt. Die Szene ist allerdings nicht im Film.

Hast du eine Lieblingsszene im Film?

Schwer zu sagen. Unheimlich gut und harmonisch ist, wie die Reporterin aus einem Bus herausspringt und kämpft, um ein Foto von Aung San Suu Kyi zu bekommen. Hinterher sitzt sie wieder im Bus und sieht sich ihre Ausbeute an. Da wird deutlich, wie hart und verbissen sie arbeitet – die Szene ist im Schnitt unheimlich gut geworden.

Du bist den Protagonisten ja sehr nah gekommen. Wie sehr haben dich ihre Schicksal bewegt, hast du ihren Kummer mit nach Hause genommen?

Nein, denn keiner von ihnen erschien mir besonders unglücklich, nicht einmal die Familie von der Mülldeponie. Was ich mit nach Hause genommen habe, sind die Fehler die ich gemacht habe. Es hat kein Protagonist Geld von mir bekommen, ich wollte ihnen aber trotzdem etwas zurückgeben. Der Familie von der Mülldeponie habe ich zum Beispiel einen Großeinkauf für gut acht Wochen gemacht, mit Reis, Dry Fish, Zahnpasta, Waschgel, allem was sie brauchen. Super Idee, scheiße umgesetzt. Denn wir haben die Übergabe tagsüber gemacht. Alle Nachbarn haben es gesehen und es war der Supergau, weil da entsteht Neid. Das war ein riesengroßer Fehler von mir, über den ich immer noch viel nachdenke.

Update vom 14.01.2014

der Trailer ist online :)

https://vimeo.com/83623285

Update vom 14.12.2013

Film ist fertig geschnitten, Trailer ist fertig geschnitten, Musik ist komponiert und angelegt, Sprecher alle bis auf einen fertig. Jetzt grading, Sounddesign und das Intro.

Der Trailer wird in Kürze vorgestellt

Update vom 13.04.2013

Jetzt kommt Musik und Sprecher für Voice Over

Update vom 28.02.2013

Der Rohschnitt ist komplett fertig :)

Update vom 20.11.2012

Am Donnerstag den 08.11bin ich am Abend in Berlin angekommen. Noch in der gleichen Nacht wurde das Büro bezogen, zumindest hat es sich wie Nachts angefühlt.
Am Freitag ging es dann los...
Erneut weitere Sequenzen für Übersetzungen aus dem Rohmaterial herausgesucht.
Und ich kann euch sagen, es ist super viel Material.
Wir haben versucht weitere Übersetzer zu finden....und mit Erfolg. Sabai, eine junge Berlinerin wird unser Team nun auch stärken.
Kyaw Kyaw, Sänger der Punkband Rebel Riot aus Yangon ist nun auch im Übersetzerstab.
Also kann ich stolz sagen „Unser Team wächst“

Seit letztem Mittwoch sitzen wir nun auch wirklich im Schnitt. Die erste Geschichte ist im Rohschnitt schon 12 Minuten lang und sehr vielversprechend.

Die zweite Geschichte bereiten wir seit heute vor.

Soviel zur ersten Woche Berlin

Update vom 20.11.2012

Hallo ihr Lieben,
Endlich geht es weiter!
In den letzten Wochen und Monaten musste ich dann doch relativ viel arbeiten. Leider viel zu wenig für unser Projekt, aber ich denke die meisten von euch kennen das... die Kohle muss irgendwie auf‘s Konto kommen um das Alltägliche finanzieren zu können. Somit habe ich relativ wenig für Myanmar Goes Democrazy machen können. Aber wenig soll nicht „nichts“ heißen.
Zumindest waren und sind Andere fleißig.
z.B. die Übersetzer sind voll ausgelastet.
Morgen geht es dann endlich auch für mich weiter. Ich werde bis zum 12.12 in Berlin mit Ayla schneiden können.
Ich bin so Froh das es endlich weiter geht.
Wenn ihr hin und wieder informiert werden wollt schaut auf den Facebook Seite
http://www.facebook.com/MyanmarGoesDemocrazy vorbei.
Dort werde ich Euch auf dem Laufendem halten.
Ganz liebe grüße und noch einmal vielen Dank für eure Unterstützung

Update vom 27.08.2012

Ein weiteres Ziel ist erreicht. Die angesetzten 4999€ sind, wenn alle Supporter überwiesen haben „im Kasten“.
Das beruhigt immens. Denn die Arbeiten und die anfallenden Kosten laufen stetig weiter.
Was heisst, das nicht erst seid jetzt, sondern schon die ganze Zeit an Übersetzungen und am Rohschnitt weiter gearbeitet wird.
Ich selber werde allerdings die nächsten 2 Monate nur Nebenbei an dem Projekt arbeiten können. Um mein täglich Brot zu verdienen drehe ich gerade einen weiteren Film.
Ab November bin ich aber wieder zu 100% für Myanmar Goes Democrazy da.

Es zählt aber weiterhin jeder Euro. Es werden für die Fertigstellung des Films noch weitere Gelder benötigt. Deshalb spendet weiter, supportet weiter, teilt den Link und sprecht darüber, jeder Euro wird gebraucht und sinnvoll investiert.

Ich danke Euch allen für den Glauben an das Projekt. Es wird ein aufrichtiger, ehrlicher, schöner aber auch unschöner Film, der Euch allen Burma ein Stückchen näher bringen soll.

Das erste Ziel ist erreicht

Update vom 05.08.2012

Ab jetzt täglich die Vorstellung des Teams auf dem Projektblock :)

Worum geht es in diesem Projekt?

Myanmar Goes Democrazy ist eine Dokumentation über einen scheinbaren Wandel in einem Land, welches 60 Jahre unter einer Militärdiktatur regiert wurde.
Dieses Land heißt Myanmar, auch bekannt als Burma.

Im November 2010 gab es zum ersten mal nach Jahrzehnten „demokratische Wahlen“.
Am ersten April 2012 gab es erneut Nachwahlen. Jetzt steht das Land kurz davor einen gewaltigem Umschwung zu erleben.
Skepsis und Euphorie sind an der Tagesordnung.

Wir begleiten 8 Personen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Auch wenn alle Protagonisten unterschiedliche Hintergründe und Intentionen haben, haben sie alle etwas gemeinsam.
In dem Film Myanmar Goes Democrazy erzählen uns in 90 Minuten eine Reporterin ihren Weg zur Meinungsfreiheit, ein Student über seine Flucht ins Ausland, ein Mönch über das Leben unter Hausarrest.
In diesen und weiteren Geschichten wird uns subtil und dennoch eindringlich das Leben aus der Sicht von Menschen gezeigt, deren Vergangenheit stark von einer Militärdiktatur geprägt worden ist.
Jetzt ist die Demokratie greifbar nah. Wir erfahren in bewegenden Momenten welche Hoffnungen und Erwartungen das Volk an den Wandel hat.

Der Freiheitskämpfer

Mönch Aung Win (Name geändert) hatte im November 2011 die Wahl ins Gefängnis oder zurück an seine Geburtsstätte zu gehen und dort unter Hausarrest zu leben.
Er entschied sich für sein Dorf.
Seit diesem Zeitpunkt hat Aung Win Zwangsbesuch von einem Polizisten.
Wie er mit dieser Situation umgeht, welchen Kontakt er zu den Polizisten hat und wie er in diese Misere geraten ist, erfahren wir hautnah.

Der Checker

ist ein Fischer mit einer bewegenden Vergangenheit. Der ehemalige Student spricht 7 Sprachen. Nach den Demonstrationen von 88 in Yangon, hat er aus Angst vor dem Regime das Land verlassen.
Sein Weg führte ihn nach Malaysia, dort lebte er als gelisteter Flüchtling. Aus Langeweile und Geldnot ließ er sich in dubiose Mafia Geschäfte ein. Von da an bestimmte die Unterwelt sein Leben.
Heute ist er wieder auf der Flucht, eine Flucht vor der Vergangenheit. Er lebt abgeschirmt von der Außenwelt auf dem Meer. Nach 45 Arbeitstagen auf hoher See kehrt er für 3 bis 5 Tage als Illegaler Fischer nach Ranong/ Thailand zurück.
Immer noch von der Heimat Yangon weit entferntet; aber das Mutterland Myanmar liegt nur noch einen Steinwurf weit entfernt. Geht es bald nach Hause?

Die Künstlerin

Sie ist eine junge ambitionierte Frau, die ihre radikale demokratische Meninung in moderner Kunst wiedergibt.
Den offiziellen Beschreibungen ihrer Bilder ist nur ein Hauch von Kritik am Regime zu entnehmen.
Erst nach staatlicher Kontrolle kann sie ihre wahre Intention in Englischer Schrift hinzufügen.

Wir erleben die Entstehung und Entwickung eines ihrer Bilder, vom leeren weißen Keilrahmen bis hin zur Ausstellung in der ältesten Galerie Yangons.

Die Verlorenen

Diese Geschichte scheint nahezu hoffnungslos.
Eine Schule sehen die beiden 9 und 11 Jahre alten Bettlerinnen nur von außen auf dem Weg zur Arbeit. Ihre Heimat ist in Myawaddy/Myanmar; ihr Arbeitsplatz in der Grenzstadt Mae Sot/ Thailand.
Jeden Tag müssen die Beiden einen gefährlichen Weg auf sich nehmen: Sie überqueren illegal einen Fluss, um nach Thailand zu gelangen. Dort angekommen müssen sie sich vor der Polizei und Immigrationsbeamten in Acht nehmen; böse Menschen in ihren Augen, denn wegen ihnen mussten die Mädchen schon einige Tage im Gefängnis verbringen, um danach bloß wieder abgeschoben zu werden.
Warum sie dennoch täglich ihre Freiheit riskieren erzählen sie und in unbekümmerter, kindlicher Leichtigkeit.


Die Reporterin

Noch vor zwei Jahren war es in Myanmar verboten den Namen Aung San Suu Kyi auch nur auszusprechen. Wer ein Bild von Ihr besaß, lief Gefahr ins Gefängnis zu kommen.
Heute ist die Oppositionsführende Aung San Suu Kyi frei und rührt fleißig die Werbetrommel für Demokratie.
Wir begleiten eine Reporterin die Aung San Suu Kyi nicht aus den Augen lässt.
Sie berichtet uns von Erfolgen und Niederlagen ,von einem Job den es so in Myanmar noch nie gab.


Die Rebellen

Ein Familienvater ist stink sauer auf seine Regierung.
2008 verlor jener Frau und Kind im Cyclone Nargis. Seiner Meinung nach hat das Land nichts getan um ihm zu helfen seine Familie wieder zu finden. Seit dem flüchtet er sich in Alkohol und Punkmusik. Er betreibt einen kleinen Schuhladen in den Strassen Yangons.
Doch sein Lebensinhalt ist seit dem Verlust seiner Familie die Rebellion. Diese drückt er als Sänger der Punkband „TheRebel Riot“ in Regierungskritischen Texten aus. Auffallen um jeden Preis was danach kommt: I don‘t care.....


Die Unerwünschten

Eine Familie lebt inoffiziell auf und von einer Mülldeponie an der Thai / Burmesischen Grenze.
Unsere Familie hat ein offensichtlich schweres Leben. Aber dies wird so nicht erzählt. Unser Hauptprotagonist ist ein ungeborenes Baby. Es beschreibt uns seine Welt. Das leben ist unbeschwert und leicht. Es gibt ausreichend und nahrhafte Kost. Alles wird spielerisch gelöst. Selbst die Arbeit der „großen“Brüder ist ein spannendes Spiel.
Wer die meisten Glasflaschen und Plastik Tüten gesammelt hat ist der Gewinner des Tages und wird mit Gold und Silbermünzen geadelt.
Doch nach 10 Monaten gibt es plötzlich eine große Überraschung.


King Zero

Kein Mensch schläft so wenig wie er und doch scheint er immer ausgeschlafen.
Wir begleiten einen Mönch der als Schlüsselfigur der Safran Revolution 2007 gilt. Im Oktober 2008 gelang King Zero nach einem Jahr im Untergrund und einer zweiwöchigen Menschenjagd durch die Behörden die Flucht nach Thailand.
Heute ist dieser Mönch ein absoluter Macher.
„Bildung ist das wichtigste was unserem Land hilft.“
Auf dieses Prinzip stützt sich seine gesamte Arbeit. Demonstrationen organisieren, Schulen bauen, Politische Kontakte ins Inn- und Ausland pflegen gehören zu seinem Alltag.
Wir begleiten ihn bei seiner Arbeit und lernen was Disziplin und Aufrichtigkeit bedeuten kann.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Das wichtigste ist Aufmerksamkeit!
Die meisten Menschen in Europa, Amerika, Australien und Kanada können mit dem Begriff Burma / Myanmar nicht viel anfangen. Die meisten vermuten das es ein Land oder eine Stadt in Afrika ist. Das sich eines der ärmste Länder der Welt in Süd-Ost Asien befindet, ist für viele unvorstellbar. Denn der direkte Nachbar Thailand ist ein paradiesisches Urlaubsdomizil für die ganze Welt.
Das zweitwichtigste ist Geld!
Ich persönlich habe bis heute 20.000€ in dieses Projekt einfließen lassen. Viel Geld ich weiß, aber ich werde mein bestes geben um diesen Film für so viel Geld wie möglich an einen Sender zu verkaufen. Wenn es einen Gewinn geben sollte fließt dieser vollständig an meine Protagonisten zurück. Allerdings nicht in Form von Bargeld, sondern speziell auf die Bedürfnisse meiner Protagonisten angepassten Dinge, wie z.B. Bücher, Schulausbildung, Computer, Schlagzeug ect.
Nach dem Verkauf und der Sendung sollte dieser Film in einer Mediathek für alle frei zugänglich sein. Eine für den Verkauf bestimmte DVD mit vielen Zusatzinformationen wäre auch eine schöne Option.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Dieses Projekt ist ein Non Profit Projekt. Es soll kulturell wie auch Informativ eine Bereicherung für jeden Zuschauer sein.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Ich benötige noch ca. 5000€ für die Fertigstellung dieses Filmes.
1000€ für Übersetzungen (bisher Pai Pai und Hnin Ei Khine)
2500€ für den Schnitt (bisher zwei Cutter geplant) Ayla Gottschlich und Mark Voit
1500€ für die Vertonung der Voice Over
1000€ für einen Produzenten der die Organisation in die Hand nimmt
Ich möchte alle beteiligten Personen bezahlen können.
Von Übersetzern, Cutter, Ton ect. werden noch viele Tage Arbeit abverlangt. Ich persönlich werde mir keine Gage auszahlen!

Wer steht hinter dem Projekt?

Ich Daniel Grendel. Im August 2010 habe ich die Produktionsfirma GrandPictures gegründet. Seitdem arbeite ich mit Leidenschaft an dem Projekt Myanmar Goes Democrazy und würde es gerne im Herbst 2012 erfolgreich veröffentlichen.

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