Herr Kim und Schwester Lotusblüte oder Das Prinzip von Jeong und ...Sou-Yen Kim

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Herr Kim und Schwester Lotusblüte oder Das Prinzip von Jeong und Han

Die beiden Regisseurinnen ergründen ihre koreanisch-deutsche Familiengeschichte. Sie wollen herausfinden, warum der Aufbruch ins ferne Europa ihren Eltern nicht das erhoffte Glück gebracht hat, sondern viele schmerzhafte Erfahrungen, über die lange geschwiegen wurde und die noch immer Schatten auf die Familie werfen.

Der Film ist ein Roadmovie, eine Spurensuche, eine Geschichte zweier Generationen - die eine will Antworten, die andere möchte am liebsten alles vergessen.

Kategorie: Film / Video
Stadt: Berlin
Finanzierungszeitraum: 14.11.2012, 12:57 Uhr bis 12.02.2013, 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum:

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Update vom 03.02.2013

Liebe Fans und Unterstützer,
wir freuen uns über all die guten Wünsche und Spenden, die uns bisher erreicht haben. Danke! Euer Zuspruch zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und klargemacht haben, warum uns die Geschichte der Koreaner in Deutschland am Herzen liegt! Und eigentlich liegt es auf der Hand, aber um Missverständnisse auszuräumen:
Natürlich betrachten wir keine Koreanerin und keinen Koreaner als „Ware“!
Kein Koreaner wurde gezwungen nach Deutschland zu gehen!
Koreaner wurden für ihre Arbeit bezahlt (ihre Gehälter also nicht als Pfand einbehalten)!
Etwas anderes haben wir nie behauptet, aber aus gegebenem Anlass sei dies hier noch einmal klargestellt.

Worum geht es in diesem Projekt?

Die Filmemacherinnen Miriam Rossius und Sou-Yen Kim sind das Ergebnis eines Wirtschaftsabkommens, das zwischen Deutschland und Südkorea in den 1960er Jahren abgeschlossen wurde. Der damalige koreanische Machthaber General Park Chung-Hee bat die Bundesrepublik um Wirtschaftshilfe und erhielt 150 Millionen Mark. Kurz darauf wurden Krankenschwestern und Bergarbeiter nach Deutschland geschickt, die damals dringend gesucht wurden.

Miriams Mutter, Bang Young-Sook, und Sou-Yens Vater, Kim Dong-Hai, gehörten zu jenen Entsandten, die im fernen Deutschland ihr Glück suchten. Der Film erzählt ihre Geschichte und die ihrer Kinder, die vieles gemeinsam haben:

Vieles aus dem Leben ihres Vaters ist Sou-Yen immer ein Rätsel geblieben – bis zu seinem Tod. Dass die ersten Jahre in Deutschland voller Entbehrungen waren, weiß Sou-Yen zwar, aber sie hat es immer nur in Bruchstücken erfahren. Welche Kämpfe ihr Vater schon Jahre zuvor mit sich und der Familie in Korea ausgefochten hat, will Sou-Yen nach seinem Tod endlich erfahren und selbst im wahrsten Sinne „erspüren“: In der Enge und Dunkelheit eines Bergschachts; da, wo früher das Männerwohnheim stand, in dem ihr Vater anfangs lebte. Sie macht Freunde und Weggefährten ausfindig, sucht das Gespräch mit ihrer Mutter. Der Film dokumentiert, wie Sou-Yen versucht, das Leben ihres Vaters Stück für Stück zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Auch Miriam hat viele unbeantwortete Fragen an ihre Mutter. Als sie 1966 nach Deutschland kam, um Geld für die Familie zu verdienen, da dachte sie an Beethoven, Heine – aber Alltag hier bedeutete dann: Dienst im „Siechenheim“, wie die Geriatrie-Abteilung mitleidig genannt wurde, Bettpfannen ausleeren, Essen verteilen. Als gut ausgebildete Krankenschwester mit Fachhochschulabschluss war sie in einem Job gelandet, den man in Korea ungelernten Aushilfen anbieten würde. Erzählt hat sie das lange Jahre nicht, jedenfalls nicht ihrer Tochter Miriam. Ihr ist die Mutter oft ein Rätsel. Wenn sie gemeinsam in Korea sind, taucht sie in eine andere Welt ab, in der es eindeutig fröhlicher und sorgenfreier zugeht als in Berlin. Immer steht Miriams Mutter im „Dazwischen“: zwischen zwei Kulturen, zwei Familien, zwischen westlicher Selbstbestimmung und konfuzianischer Tradition. Bei soviel Dazwischen – wo ist da sie selbst geblieben? Mit ihren eigenen Wünschen und Hoffnungen? Und ist sie jemals wirklich in Deutschland angekommen?

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Im Jahr 2013 wird das 50. Jubiläum des deutsch-koreanischen Anwerbeabkommens gefeiert. Zu diesem Anlass soll der Film fertiggestellt werden.

Zielgruppe vordergründig:
- deutsches Publikum
- koreanisches Publikum
- Menschen, die sich für Migrationsgeschichten interessieren

Aber schlussendlich wollen wir ein globales Publikum erreichen, denn Migration ist ein globales Phänomen.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Der Film gibt ein Stück deutscher wie auch koreanischer Geschichte wieder, das bis heute kaum bekannt ist.

Dabei sind die damit verbundenen Fakten und Umstände außergewöhnlich. Aber anders als bei türkischen oder italienischen Gastarbeitern gibt es über koreanische Arbeitsmigranten kaum Informationen, wenig Literatur oder Berichte.

Auf einer filmischen Reise zwischen der koreanischen Provinz und dem Ruhrgebiet, zwischen Seoul und Berlin vermittelt "Herr Kim und Schwester Lotusblüte" einen neuen, ungewohnten Blick auf Korea und den rasanten Wandel der vergangenen Jahrzehnte.

Für Korea bedeutete der Kredit aus Deutschland eine Erfolgsgeschichte. Mit dem Geld baute General Park das Land auf, die Devisen, die von Deutschland aus gesendet wurden, taten ihr übriges zum Wirtschaftsaufschwung dazu. Und heute ist Samsung der stärkste Konkurrent von Apple.

Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille. Während das Land Korea und die Koreaner immer erfolgreicher und wohlhabender wurden, blieb das finanzielle und persönliche Glück der Entsandten aus.

Der Film ist eine Hommage an eine alt gewordene Generation, die bis heute Stillschweigen über die Vergangenheit gewahrt hat und nun zu Wort kommen soll - solange es noch geht.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Fakt ist:
Wir brauchen definitiv mehr als 5000 Euro, um den Film zu realisieren und freuen uns daher sehr, wenn unsere Zielvorgabe mehr als "gesprengt" wird.

Das Geld wird für die Vorbereitung bzw. für die Produktion des Films "Herr Kim und Schwester Lotusblüte" genutzt.
Es werden Drehreisen nach Korea und innerhalb Deutschlands stattfinden.
Ganz wichtig wird in den kommenden Wochen aber auch die Recherche und Finanzierung (Sichtungs-, Lizenzgebühren, Kosten für Übersetzungen u.ä) von Archivmaterial, Film wie Fotos. Auch da hilft uns der Funding-Erlös einen riesigen Schritt weiter.

Wer steht hinter dem Projekt?

Sou-Yen Kim ist Deutsche mit koreanischen Wurzeln. 1972 geboren in Würselen bei Aachen, Tochter einer koreanischen Krankenschwester und eines koreanischen ehemaligen Bergarbeiters, arbeitet sie als Journalistin in Berlin. Tätig ist sie als Autorin und Redakteurin unter anderem für den KI.KA, RBB, ZDF, WDR, Radio Bremen. 2004 wurde sie in der Kategorie „Information und Kultur“ für den Grimme-Preis nominiert, 2005 erhielt sie den „Goldenen Spatz“ von der Deutschen Kinder- und Medienstiftung Goldener Spatz.

Miriam Rossius wurde 1970 in Berlin geboren, ihre Mutter ist Koreanerin, ihr Vater Deutscher. Sie arbeitet als Moderatorin und Autorin u.a. für Deutschlandradio Kultur, Deutschlandfunk, rbb. 2010 erhielt sie für eine Hörfunk-Reportage über Istanbul den Columbuspreis vom Verband Deutscher Reisejournalisten.


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