Langsame Portraits von Fotografen (Kollodium-Nassplatten-Verfahren)Peter Michels

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Langsame Portraits von Fotografen (Kollodium-Nassplatten-Verfahren)

Fotoshooting zugusten Pro Juventute

Ich hatte dieses Jahr die Möglichkeit für das visuelle Erscheinungsbild der 100 Jahr Feier der schweizerischen Jugendstiftung tätig zu sein. Im Rahmen dieses Anlasses kann man ein Fotoshooting ersteigern. Ich hoffe auf viel Geld für Pro Juventute. Es wär super wenn ich die anderen Beiträge wie Uhren , Autos und Ferien schlagen könnte...

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...und plötzlich in der Notaufnahme

Liebe Freunde und Unterstützer,

Ihr habt lange nichts von mir gehört. Wer auf Facebook mein Schaffen verfolgt, wird bereits wissen warum.

Es war Mitte Juni als ich bei einem Shooting in den Alpen ein Unwohlsein feststellte. Alles lief schwer von der Hand und ich fühlte mich irgendwie sehr müde. Mein Hund Disco und ich kehrten zurück und genossen auf einer Alp noch einen kleinen Imbiss.

In der dann folgenden Nacht, hatte ich starke Schmerzen. Am nächsten Morgen ging ich zum Arzt. Ich dachte, ich hätte eine Lebensmittelvergiftung, doch mehr als Schmerzmittel wurde mir nicht verschrieben. Allerdings sollte ich mich für weitere Untersuchungen bereithalten. Eine Vergiftung könnte nicht ausgeschlossen werden, genauso aber auch eine normale Verstopfung.

Im Laufe des Nachmittags wurden die Schmerzen schlimmer. am späten Abend bat ich meinen Vater mich in die Notaufnahme zu fahren. Dort lag ich nun in der Notaufnahme des Spitals. Erst Tage später erfuhr ich, dass man in diesem Moment eine Not-OP in Betracht zog.

Eigentlich habe ich da schon fast nichts mehr bewusst mitbekommen, nur dass sich die Ärzte fragten woher die braunen Flecken auf den Fingernägeln (Fingernägel, bzw. Farbe darunter sind eine wichtiger Bestandteil der Diagnose - eine blaue Verfärbung wäre ein Indiz für Sauerstoffmangel) stammen könnten. Eben jene braunen Flecken passten aber nicht zu Diagnose. Irgendwie gelang es mir noch zu erzählen, dass diese Flecken von Silbernitrat stammen. Ich begann auch alle Chemikalien aufzuzählen mit denen ich arbeite, einige davon sind ja krebserregend.

Am Schluss war die Diagnose klar: zum Glück keine Vergiftung, sondern eine Gallenstein-Kolik mit Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Das ist nun über 4 Wochen her. Natürlich musste ich alle Termine absagen und meine Arbeit ruhen lassen. Dies muss ich noch eine ganze Weile, denn im August steht eine weitere Operation an.

Für einen Selbstständigen ist Krankheit so ziemlich das Kostspieligste was passieren kann. Die wenige Zeit, die ich im Sommer arbeiten kann, muss ich deshalb rein kommerziellen Projekten widmen.

Das Projekt „Langsame Portraits“ werde ich daher erst im September wieder aufnehmen können. Ein Vorteil meines Spitalaufenthalts war es jedoch, Zeit zum Nachdenken hatte. Im September kann ich das Projekt mit noch klareren Zielen weiter verfolgen.

Bis im September!

Euer Peter Michels

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unbedingt ansehen....

Ich muss zugeben, ich hatte Tränen in den Augen, (PS: der Anfang ... also nein wir brachen weder Löffel noch Feuerzeug zum mischen der Chemikalien)

viel spass beim gucken.

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philipp

Testplatte

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Beim Arbeiten

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Die Entdeckung meiner Leidenschaft fürs Glas zu putzen

Ja, es ist Frühling und die Sonne scheint flach. Kaum schaut man zum Fenster raus, sieht man den Dreck den vergangenen Winters, Staub, Fingerabdrücke, Putzschlieren befinden sich dort wo man eigentlich annahm bei der letzten Putzaktion richtig sauber geputzt zu haben.

Frühlingsputz ist eigentlich völlig nebensächlich, aber nachdem ich alle Chemie beisammen, die Verhaltensmuster derselben erkannt habe, mache ich Bildtests mit all meinen Freunden und Bekannten: Routine gewinnen, Fehleranalyse.

Ich muss nicht erwähnen, dass alle fasziniert sind, wie das Kollodium auf die Platte kommt, das exakte 3-Minuten Silberbad mit - neuerstandener - geeichter Eiersanduhr, das Stillsitzen, nicht blinzeln über 20 Sekunden, dann entwickeln, zuschauen wie sich das Bild im Fixierbad aus der bläulichen schmierigen Schicht erscheint. Wow....

Aber zurück zum Frühlingsputz. Da hat man nun vom einzigen Glashändler Europas, welcher noch Schwarzglas an Lager hat, welches zum m2-Preis von 160 € bestellt. Und stelle fest, dass es einfacher ist mit 100% Essigsäure, den explosiven Substanzen wie Kollodium oder Silbernitrat zu arbeiten, als eine Glasscheibe sauber hinzubekommen.

Seit gestern vermute ich allerdings dass ich zu viel putze, oder dass das traditionelle Rezept mit Kalziumkarbonat (Kreidemehl) und Alkohol zu grobschlächtig ist und die Schlieren eigentlich Kratzer sind – mal sehen...

Die Grafik12 war höchst interessant, auch wenn ich (noch) nicht vertreten war. Interessant war vor allem das Publikum, im Gegensatz zum „Original-Anlass“ Photo12, war alles entspannt und zwanglos. Das Publikum an den Fotografie-Anlässen ist durchwegs angespannt, bisweilen sogar latent aggressiv. Nach 7 Ausgaben mit zusammen bald 100'000 Besuchern musste nicht nur ich feststellen, dass es ein spürbares Stereotyp gibt.

Vielleicht lässt sich das darin begründen, das in der heutigen Fotografie zu wenig Unterscheidungsmerkmale gibt. Vergleicht man die fotografischen Arbeiten mit jenen Arbeiten von Grafikern und Illustratoren so sind 2 Faktoren evident: Die Persönliche Handschrift und das Können ist augenscheinlicher. Ich der zeitgenössischen Fotografie wird es Zusehens schwieriger eine persönliche Handschrift zu entwickeln. Die Standardisierung der Produkte, der Arbeitsprozesse vereinheitlicht die Ergebnisse. Varianten dieser Neutralität lassen schnell „Hipstamatic“ vermuten.

Der fotografische ADS ist weitverbreitet. Dazu kommt, dass zu viel möglich wird, die Zielsetzung verliert sich in den übermenschlichen Strukturen und die Wertschätzung für das gute Bild liegen am Boden – bei den Machern wie auch den Betrachtern. Im letzten Blogbeitrag hatte ich das Interview mit dem deLighted Magazine erwähnt. Die Interview Partner lachten herzlich über diese Begriffwahl – aber ich wende mich an die Fotografen unter Euch: Löscht Ihr die schlechten Bilder? Wie viele Bilder macht Ihr um mit einem zufrieden zu sein. Ist es dann auch das Bild welches Ihr im Edit am Computer aussucht? Seid ehrlich!

Wenn Ihr doch wisst wie ein gutes Bild aussieht, macht es und steht dazu! Löscht die Schlechten! Nehmt diesen Appell ernst! Wenn Euch beim Kochen ein Gericht nicht gelingt, werft Ihr es doch auch weg. Oder sind Eure Kühlschränke voll mit altem Essen in der Hoffnung man könnte nochmals satt werden davon? Schlechte oder mittelmässige Bilder machen aggressiv, es ist wie die Kinderzimmer mit Schreibfehler übersähten Diktaten zu tapezieren. Der Mensch ist vergesslich nutzt es im Positiven. Harddisks sind wie Kühlschränke sie halten Lebensmittel nur beschränkt frisch, besser werden sie aber niemals.

Wirtschaftlich muss ich erkennen, dass die von mir gewählte Technik der Ambrotypie derart teuer ist, dass ich mir Fehlversuche oder eben diesen fotografischen ADS kaum leisten kann. Folglich habe ich begonnen Glasplatten bei nicht gefallen zu Reinigen, zu recyceln. Der Prozess und das einfache Equipment zwingen mich dazu über das Gute Bild nachzudenken.

Die Rückeroberung MEINER LEIDENSCHAFT!!!

Ab Mai hoffe ich die ersten langsamen Portraits zu machen. Mein Vater hat mir eine kleinere mobile Dunkelkammer gebaut. Meine Mutter besorgte mir einen klappbaren, mit bis zu 200kg belastbaren Sackrolli - geniales Teil. Ich studiere gerade, ob ich aus dem Rolli gleich Kamerastativ und Dunkelkammerhalter machen kann. Ob's gelingt erzähle ich Euch dann beim nächsten Mal.

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Giftschrank...

Irgendwie machen die Aufkleber Angst....

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Projektupdate Woche 1: Das liebe Geld, oder "Sie sind uns nicht professionell genug..."

Die erste Woche des Projektes ging ganz schön schnell vorbei. Es tut gut Dinge anzupacken, kennt Ihr das Gefühl, den Elan der sich vom Rücken her breit macht wenn man ein neues Projekt realisiert? Kein Yoga, keine Droge kann das ersetzen. Die ersten Erfolgsnachrichten stellen sich ein. Zum einen ein Interview über das Projekt am nächsten Montag - mehr erzähle ich darüber im Update nächste Woche. Und das Angebot die ersten Arbeiten anlässlich der grafik12 zu zeigen. Ein Meilenstein und zugleich auch eine neue Herausforderung.

Nachdem das Projektgeld am Montag auf meinem Konto eintraf, musste ich feststellen, dass durch Wechselkurs und Transaktionsgebühren einiges Geld versandet. Ein Lehre daraus: rechnet bei Euren eigenen Projekten mindestens 5-10% Verlust durch Bankspesen ein, insbesondere dann wenn ihr wie ich über Staats- / Währungsgrenzen hinweg wirtschaftet.

Ich habe mich immer gewundert warum das benötigte Silbernitrat in der EU bzw Schweiz im Vergleich zu den USA so teuer ist. Ich habe verschiedene Gespräche geführt, und stelle fest, es gibt kartellähnliche Verhältnisse der Rohstofflieferanten in Europa. Zum anderen kommt fast alles sowieso aus den USA, als Gefahrenguttransport. Gestern Nacht hatte ich einiges hin und her mit Leigh Sullivan von Bostick & Sullivan in Santa Fe: neben den 432.99 US$, die ich für Chemikalien ausgebe, fallen verständlicherweise Transportkosten an. Doch der einzige Transporteur, der Chemikalien nach Europa transportiert, ist Fedex-Dangerous-Goods. In mein Atelier nach Wald kostet das zusätzliche 300 US$ zu einer Freundin nach Zürich 225 US$ und wäre ich in Deutschland nur 205 US$. Auch hier werden die effektiven Kosten erst im nachhinein bekannt gegeben. Budgetiert habe ich 100 US$ für Transport und weitere 50 CHF für die Mehrwertsteuer. Ich werde nächsten Mittwoch sehen, ob mich die Zollverwaltung richtig informiert hat. Ich bin sicher Fedex fällt noch eine Zusatzgebühr ein, die man dann in bei Lieferung bezahlen soll. ;-)

Eine andere Firma, deren Collodium ich brauche (Merck), meinte "ein nicht mehrwertsteuerpflichtiges Kleinunternehmen ist zu wenig professionell genug um (von Merck) beliefert zu werden". Ich meinte zur Dame am anderen Ende des Telefons sie solle sich doch bitte überlegen ob dieser Satz nicht beleidigend sein könnte, wenn sie ihn so sagt wie sie ihn sagt. Zudem fände ich es von Grossunternehmen höchst fragwürdig, wenn ich auf der Startseite ihres Unternehmens sofort den Aktienkurs erfahre, aber keine Telefonnummer geschweige denn Angaben zum Vertrieb. So habe ich ganze 4 Stunden herumtelefonieren müssen, bis ich den Schweizer Importeur am Draht hatte. Die kleinen Freuden des Materialbeschaffnes.
Das nächste mal erzähle ich Euch dann über die ersten Versuche, und weniger über Finanzen und Grosskonzerne. Dann bin ich auch mein eigener Herr und hoffe auch bald Meister!

Ach während ich das schreibe, wurde soeben das Collodium geliefert. Es steht jetzt sicher in meiner Dunkelkammer...
Video folgt...... Euer Peter

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Klein Lilli

Bei den ganzen Vorbereitungen zu photo12 ( www.photo-schweiz.ch) bin ich höchst eingespannt. Ein kleiner Lichtblick ist meine kleine "lilli" die ich günstig aber in Gutem Zustand erwerben konnte. Sie ist um 1900 gebaut worden, funktioniert aber noch,sprich die beweglichen Teile sind alle intakt.

Schade das Im Winter wenig Anteil UV Licht ist, nötig um gute BIlder zu machen.. na ja bald werden die Tage Heller...

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und noch einmal diesmal vom Getty Museum

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