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Unternehmen + Kulturengagement + Crowdfunding = unternehmerisches Kulturengagement 2.0

Innerhalb eines Jahres entwickelte sich Crowdfunding zu einer alternativen Finanzierungsmöglichkeit für Künstler und Kreative. Warum sollte es nicht auch ein alternatives Instrument für Unternehmen sein? Jenseits von klassischem Sponsoring und Mäzenatentum bietet Crowdfunding eine ganze Palette an Social Media Funktionen an, um (1) sein Engagement einer breiten Zielgruppe  zu kommunizieren, (2) schnell, einfach und günstig passende Kulturkooperationen zu finden und (3) selbst Kulturprogramme zu entwickeln, um sich als innovativer Kulturförderer zu positionieren. Damit ist ein Kulturengagement 2.0 möglich!

Startnext, als führende Crowdfunding-Plattform für Kulturprojekte im deutschsprachigen Raum, führt die Page Funktion ein und öffnet die Plattform damit für Organisationen und Unternehmen. Damit sind eine Vielzahl kreativer Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wirtschaft und Kultur möglich.


Reputation: entscheidender Faktor am Markt

Ein Unternehmen ist, wie jeder Bürger, ein Akteur in unserer Gesellschaft mit Rechten und Pflichten. Begegnet er dieser Verantwortung ehrlich und bewusst, so wird ihm Anerkennung und Glaubwürdigkeit zugesprochen. Seine Reputation wird gestärkt. Dies hat für Wirtschaftsunternehmen in der heutigen Zeit eine besondere Bedeutung. Kultur hat das Potential ein Unternehmen einzigartig werden zu lassen.

Corporate Cultural Responsibility: ganzheitliches Kulturengagement

Im Rahmen der CSR-Bewegung entwickelte sich für das Thema Kunst und Kultur der Ansatz der Corporate Cultural Responsibility (CCR). Im Fokus steht hier die Wirkung von Kunst und Kultur, die sie für dessen privaten Förderer entwickeln kann. CCR umfasst mehr als ein bloßes Kultursponsoring. CCR umschreibt ein ganzheitliches Kulturengagement, ausgerichtet auf die Unternehmensstrategie. Im Vordergrund steht die proaktive Förderung bzw. Zusammenarbeit mit Kunst und Künstlern.

Seit den 1950er Jahren setzt  sich der Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI e.V. für die erfolgreiche Kooperation von Wirtschaft und Kultur ein. Kunst und Kultur werden als wesentliche Bestandteile einer Gesellschaft verstanden. Nur in einer gesunden Gesellschaft, kann sich eine gesunde Wirtschaft entwickeln. Ergo sollten Wirtschaftsakteure ein wesentliches Interesse an der kulturellen Entwicklung ihrer Umwelt haben.
In Deutschland initiierte ab dem Jahr 2002 der Bereich Contemporary Culture des Siemens Arts Program in Zusammenarbeit mit der Universität Witten-Herdecke den Diskurs zu diesem Themenfeld mit dem Ziel praktische Möglichkeiten für die Umsetzung einer CCR zu diskutieren. Darauf aufbauend veranstaltet der Kulturkreis seit 2006 ein CCR Symposium, in dem Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen kommen um sich über das Konzept auszutauschen.

Herausforderung Social Media

Neben dem CCR-Konzept an sich steht auch dessen Kommunikation im Mittelpunkt. Denn ohne kommunizierte Botschaft bleibt jedes Engagement unentdeckt, ja unwirksam. Im Zuge des alles durchdringenden Web 2.0 zählt die Social Media Kommunikation zu einer besonderen Herausforderung kulturengagierter Unternehmen und deren Öffentlichkeitsarbeit.

Soziale Medien etablieren sich als Kanal der digitalen Mundpropaganda und als Kommunikationsinstrument für Wirtschaftsunternehmen. Schon nutzt so manche PR-Abteilung einen Unternehmensblog, twittern die Mitarbeiter mit der Öffentlichkeit und setzt das Marketing auf die eigene Facebook-Page für den Dialog mit dem Kunden.
Richtig umgesetzt sind Facebook, Twitter und Co. auch  für das unternehmenseigene Kulturengagement mehr als reine Kommunikationskanäle. Der involvierende Charakter dieser Instrumente schafft mehr Emotion, mehr Binding, mehr Reputation.

CCR-Symposium am 16. September 2011

Über die Möglichkeiten von Social Media für ein effektives Kulturengagement von Unternehmen wird auch auf dem 3. CCR-Symposium am Freitag, 16. September 2011 im Haus der Deutschen Wirtschaft, Berlin diskutiert. Neben Themen wie Hospitality und Unternehmenssammlungen führen Gespräche und Workshops in die Anforderungen einer CCR-Kommunikation und die Nutzung von Social Media ein. Als Referenten sind u.a. Dr. Stephan Muschick, Vorsitzender der RWE Stiftung sowie Dr. Thomas Girst, Leiter der Kulturkommunikation der BMW Group, angekündigt. Abschließend diskutiert eine Podiumsrunde den CSR-Aktionsplan der Bundesregierung und die Rolle der Kultur darin. Die Anmeldung zum Symposium läuft übrigens noch bis heute, den 12. September 2011.

Crowdfunding als Instrument für ein Kulturengagement 2.0?

Was meint ihr? Kann  Crowdfunding als Instrument für ein unternehmerisches Kulturengagement 2.0 funktionieren? Welche Kriterien sind nötig?

Im Zuge meiner Masterarbeit habe ich mich intensiv mit dieser Frage auseinander gesetzt. In den nächsten Tagen folgen einige Auszüge meiner Ergebnisse.

Ich freue mich auf eure Kommentare und bin auf eure Antworten gespannt!

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12.09.2011

veröffentlicht von
Anja Barth

veröffentlicht in
Veranstaltungen

3

Kommentar(e)

Kommentare   (3)

auf jeden fall wird das funktionieren. crowdfunding eigent sich wie nichts anderes für unternehmen, mit seiner zielgruppe auf augenhöhe zu kommunizieren. man unterstützt schließlich GEMEINSAM ein projekt, quasi hand in hand, als verbündete. das ist WEIT mehr als nur gutes tun und darüber reden... :)

geschrieben von
side777
Webseite

geschrieben am 13.09.2011 | 19:01

Manche Unternehmen werden nur eine besondere Hervorhebung weiter bevorzugen und wollen nicht in der Masse der Unterstützer stehen. Für viele Sponsoren könnte nach wie vor der Alleinstellungsanspruch eine große Rolle spielen. Hier ist auch immer die Frage wie die Beteiligung erfolgt: Durch das bloße Branden und Logo platzieren ist noch keine aktive Kommunikation oder gar Verbündung erfolgt. Alles da sehe ich wahrscheinlich auch ein paar Grenzen und Mauern, die es erstmal zu überwinden gilt.

geschrieben von
tih

geschrieben am 14.09.2011 | 09:16

Crowdfunding kann mehr als Sponsoring
Genauso sehe ich das auch. Der Wert von Crowdfunding als Instrument für das unternehmerische Kulturengagement liegt in der INVOLVIERUNG ihrer Zielgruppen in eine gemeinschaftlichen Aktion. Unternehmen können sich eben nicht ‚nur‘ mit Branding beteiligen, sondern AKTIVER PARTNER eines Kulturprojekts werden.

Fragen dabei können sein: Wie kann der Crowdfunding-Prozess dabei eingebunden werden? Wie wird eine Exklusivität des Kooperationsunternehmens in einem so demokratisierenden Prozess gesichert? Meines Erachtens stellen diese Themen keine großen Probleme dar. Wichtig ist in erster Linie der gegenseitige DIALOG. Den Bedarf daran konnte ich auch in meiner Untersuchung feststellen. Ressourcen (personell und finanziell) für die Kulturförderung sind in Wirtschaftsunternehmen trotz aller guten Absichten oft knapp (soweit es vielleicht keine reine Marketing-Aktion darstellt). Kulturschaffende sollten hier proaktiv attraktive Angebote machen, um Unternehmen einzubinden.

Crowdfunding bezieht als Finanzierungsform interessante Zielgruppen in die Kulturförderung ein. Gemeinsam mit dem Unternehmen verfolgen sie ein Ziel. Die Realisierung eines spannenden Projekts. Und ganz nebenbei ist Crowdfunding auch ein Kommunikations- und Marketinginstrument in der vernetzten Welt der Social Media.

geschrieben von
anja-barth

geschrieben am 14.09.2011 | 12:12

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