Springe direkt zu: Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Suchfunktion

Reputation beim Crowdfunding: Der Idee ein Gesicht geben! 

Für die Crowd ist es wichtig zu sehen, wer hinter dem Projekt steckt. Wenn ich jemand das Vertrauen schenke und eine Projektidee vorfinanziere - wie das beim Crowdfunding der Fall ist - will ich wissen, wer die Verantwortung dafür trägt, dass das Projekt, so wie es hier beschrieben ist, umgesetzt wird. Das heißt, es ist wichtig dem Projekt nicht nur einen Namen zu geben, sondern auch ein Gesicht. "Gesichtlose" Crowdfunding-Kampagnen werden in den seltensten Fällen erfolgreich finanziert. Vor diesem Hintergrund haben wir die folgenden Punkte auch mit  in die Kriterien unseres Startnext Badges aufgenommen.

Auf was sollte ein Starter unbedingt achten?

1. Realer Name im Profil

Es ist wichtig, beim Crowdfunding mit seinem realen Namen aufzutreten und nicht einen Benutzernamen oder ein Pseudonym zu verwenden. Einen Förderantrag würde jeder Starter sicherlich auch mit seinem richtigen Namen ausfüllen - in dem Punkt unterscheidet sich Crowdfunding nicht von anderen Finanzierungsmöglichkeiten.

Einige Crowdfunding-Projekte werden von Teams betreut, so dass als Name dann oftmals die Firma, der Verein oder eine andere Organisation gewählt werden. Auch hier ist es sinnvoll, trotzdem eine Person als Hauptinitiator des Projektes auszuwählen und sich nicht hinter der Organisation zu verstecken, da es beim Crowdfunding immer um die persönliche Kommunikation zwischen den Kreativen und der Crowd geht.

 

Bild: Denis Bartelt mit dem Startnext-Projekt "Startnext supporten"  

Neues Feature: Die Team-Funktion

Damit man auch als Team gemeinsam an dem Projekt arbeiten kann und für die Crowd transparent wird, wer alles dahinter steckt, haben wir jetzt unsere neue Team-Funktion gelauncht. Als Starter eines Projektes kann ich mehrere Teammitglieder einladen, die alle gemeinsam an der Projektbeschreibung arbeiten können und z.B. auch Blog-Einträge verfassen dürfen. Dem Team kann man einen Namen geben, z.B. eines Vereins.

 

Bild: Das Projekt-Team von "Startnext supporten"  

2. Richtiges Profil-Foto mit einem Gesicht

Zu einem vollständigen Profil gehört natürlich auch ein Foto, auf dem ich die Person, die hinter dem Projekt steht, erkennen kann. Das ist ein wesentlicher Punkt, damit ein potenzieller Supporter Vertrauen aufbauen kann. Ein Standard-Bild von Startnext, Grafiken oder andere Dinge, sind hier fehl am Platz.

3. Information zum Starter im Profil

Mit meiner Projektidee und meinem Profil zeige ich der Crowd, wer ich bin und an welchen Projekten ich arbeite. Damit die Crowd ein Crowdfunding-Projekt finanziert, wollen einige Fans erstmal mehr über die Person dahinter erfahren. In dem Startnext-Profil ist es deshalb wichtig, dass ich erkläre, wer ich bin, was ich bisher gemacht habe, was ich suche …

4. Ein Pitch-Video, in dem sich der Starter vorstellt

In dem Pitch-Video ist es wichtig, nicht nur die eigene Idee, sondern auch sich selbst vorzustellen. Warum willst genau du diese Idee umsetzen? Je persönlicher und authentischer das Projekt vorgestellt wird, umso eher wird sich die Crowd mit der Idee identifizieren. Hier haben wir unsere Empfehlungen für den Aufbau eines Pitch-Videos zusammengetragen.

5. Reputation innerhalb der Community

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der seltsamerweise oftmals untergeht. Crowdfunding ist ein Modell, bei dem es um Geben und Nehmen geht. Jeder Starter ist damit natürlich auch Teil der Crowd und damit gleichzeitig potenzieller Supporter von anderen Projekten.

Wenn ich Geld für ein Projekt einsammeln möchte, ist es wichtig, dass ich mich mit dem Modell vertraut mache. Das geht allerdings nur, wenn ich zumindest schon einmal ein anderes Projekt unterstützt habe und mir die Fragen stelle, die sich wohl jeder bei der Unterstützung seines ersten Crowdfunding-Projektes stellt:

  • Warum habe ich das Projekt jetzt eigentlich unterstützt?
  • Warum habe ich genau dieses Dankeschön gewählt?
  • Wo sind die Hürden beim Crowdfunding und was muss ich beachten?

Dann fällt es mir als Starter natürlich auch viel leichter meine eigene Projektpräsentation für die Zielgruppe "Crowd" zu gestalten. Diese unterscheidet sich nämlich erheblich von der für Kollegen, Förderreferenten oder andere Experten. Wichtiger Nebeneffekt ist es, dass ich meinen Supportern und Fans Fragen rund um das Crowdfunding beantworten kann. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass Starter, die andere Projekte unterstützen, in der Regel mit den eigenen Projekten deutlich erfolgreicher sind.

Fazit

Alle Crowdfunding-Prozesse finden öffentlich und transparent statt, so dass sowohl Starter als auch Supporter ihr eigenes Engagement sichtbar machen und damit langfristig Reputation aufbauen.

Die Motivation dies öffentlich zu tun, ist zeitgemäß und entspricht denselben Gründen, weswegen soziale Netzwerke heute überhaupt so erfolgreich sind. Wenn wir uns ein Startnext-Profil in 3 Jahren anschauen, stellen wir uns das vor wie ein Portfolio eines Kreativen: Die Crowd sieht, welche Projekte ich schon mithilfe der Crowd realisiert habe, an welcher Idee ich aktuell arbeite, welche anderen Projekte ich unterstützt habe und spannend finde, welchen Kontakten ich folge, wie groß meine Crowd ist …

(Hinweis: Auch wenn ich diesen Artikel hauptsächlich für Projektstarter geschrieben habe, gelten fast alle Punkte natürlich auch für Supporter.)

Schlagwörter:

Ähnliche Blog-Artikel:

Scheitern und Neustarten: Das Projekt Mr Elektro zeigt wie das beim Crowdfunding funktioniert   

27.08.2012

veröffentlicht von
Anna Theil

veröffentlicht in
Finanzierung

2

Kommentar(e)

Stimmt Lisa, eigentlich sind viele Punkte logisch ... in der Projektbetreuung wiederholen wir diese Punkte trotzdem sehr oft, so dass ich das unbedingt mal aufschreiben wollte!
Dein Beispiel finde ich ehrlich gesagt enttäuschend, da das die vollkommen falsche Reaktion des Starters ist. Die Supporter, die an sein Projekt geglaubt haben, sind ja die, die ihm Feedback geben können, warum es noch nicht erfolgreich finanziert wurde. Scheitern gehört nun mal zum Crowdfunding bzw. zum Kreativen Arbeiten dazu.


anna

am 28.08.2012 | 09:24

Eigentlich sind all diese Punkte sehr logisch und sollten für jeden Starter selbstverständlich sein. Doch man sieht leider immer viele Projekte, bei denen keiner dieser Tipps beherzigt wurde. Das macht auch als Finanzierer keinen Spaß! Die Krönung habe ich erlebt, als nach misslungener Finanzierung der Starter das Publikum beschipft hat. Das ging echt in die Magengrube - zumal der Text ja nur von Unterstützern gelesen wurde.

Ich persönlich stimme mit allen Punkten aus dem Artikel oben überein und freue mich, dass die Themen so übersichtlich aufbereitet wurden. Vielen Dank dafür!


lisa.figas

am 27.08.2012 | 18:44

Zurück zur Übersicht

Startnext ist die größte Crowdfunding-Plattform für Künstler, Kreative und Erfinder im deutschsprachigen Raum. Projektstarter können ihre Projekte auf Startnext mit der Unterstützung von vielen Menschen finanzieren. Die Supporter bekommen als Gegenleistung individuelle Dankeschöns wie Design-Produkte, limitierte Ausgaben von Büchern, CDs oder Kunstwerken, Einladungen zu Premieren oder andere Belohnungen. Das Geld wird erst ausgezahlt, wenn der Starter sein Fundingziel erreicht - andernfalls geht das Geld an die Supporter zurück und neue Projekte können unterstützt werden.

Für Startups aus der Kreativwirtschaft und Unternehmen mit sozialgesellschaftlichen Anspruch bietet Startnext Optionen für die Erweiterung des Crowdfundings zum Crowdinvestment.