Springe direkt zu: Hauptnavigation | Inhaltsbereich | Suchfunktion

Kreative Ideen nach vorn! – Auch in Sachen unternehmerisches Kulturengagement (2.0)

Eine empirische Untersuchung ...

… klingt erst einmal nach trockener Methodentheorie. Doch das spannende bei der Untersuchung war, dass ich Vertreter völlig verschiedener Unternehmen interviewt habe. So konnte ich Menschen der unterschiedlichsten Branchen – vom Finanzmittelsektor, über die Automobilbranche, von internationalen Konzernen über mittelständische Betriebe bis hin zu Vermittlungsorganisationen zwischen Wirtschaft und Kultur – zu ihrem Kulturengagement befragen und Kriterien für sinnvolle Kooperationen zwischen Unternehmen und Kultur entwickeln. Im Ergebnis möchte ich vier Kategorien vorstellen, die aus Sicht von Unternehmen für das Gelingen ihres Kulturengagements eine wichtige Rolle spielen.

Passfähigkeit …

… zwischen dem Kreativen bzw. dessen Werten und Botschaften zum kulturfördernden Unternehmen bildet den Ausgangspunkt für eine gelungene Zusammenarbeit. Kann sich das fördernde Unternehmen mit dem Künstler, seiner Arbeit oder der Kulturinstitution identifizieren? Und umgekehrt: Findet sich das Kulturprojekt in den Werten des Unternehmens wieder? Zu klären sind Fragen nach den Zielgruppen bzw. dem Publikum, der regionale Fokus und der zugrunde liegenden Unternehmensphilosophie. Das heißt, Künstler und Kreative sollten sich über Ihre eigenen Wertvorstellungen im Klaren sein, um so konkrete Angebote für Sponsoren und Kulturinvestoren zu formulieren. Passen Unternehmen und Künstler zueinander steigert dies die Glaubwürdigkeit der Kulturkooperation.

Kooperationsangebote für Firmen im aktuellen Projekt "Rettet Mailfrieds!"

Sichtbarkeit …

… ist natürlich auch ein Kriterium, denn: Egal ob das Kulturengagement eher im Unternehmen für die Mitarbeiter oder für die Öffentlichkeit bestimmt ist, es ist stets ein Kommunikationsmittel, mit dem für das Unternehmen relevante Werte wie Authentizität und Glaubwürdigkeit sowie Image und Reputation gestärkt werden. Um wahrgenommen zu werden bedarf es natürlich der Aufmerksamkeit. Diese wiederum kann durch ein gewisses Maß an Einzigartigkeit oder Exklusivität erreicht werden. Dementsprechend werden kreative Kooperationen und Kommunikationsanlässe geschaffen, die dem fördernden Unternehmen jene Sonderposition im Förderkreis des Künstlers oder der Kulturinstitution ermöglichen.

Sponsoring-Paket des Projekts AABER ART AWARD 2012 - Award für junge Kunst in München

Inhalte …

… und Ideen sind natürlich relevant. Durch die Kooperation mit Künstlern, Kreativen und Kulturinstitutionen entstehen eine Reihe von Kommunikationsanlässen und Begleitveranstaltungen. Diese können mit Inhalten gefüllt und zielgruppenspezifisch aufbereitet werden. So können die Mitarbeiter auf ein Konzert gehen und davon im Mitarbeiterblog berichten. Oder die Entscheidung fällt für eine ganze Kampagne, in welche der Künstler integriert ist. Die Qualität der Unternehmenskommunikation kann durch relevante Inhalte gestärkt werden. Aus „Tue Gutes und rede darüber“ kann schließlich in der Fortführung „Tue Gutes und lasse darüber reden“ werden.

Sicherheit …

… und Prinzipien wie Vertrauen, Zuverlässigkeit, Langfristigkeit der und Gleichberechtigung zwischen den Kooperationspartnern bilden die vierte Säule eines erfolgreichen Kulturengagements. Eine dialogorientierte, nachhaltige Beziehung ist hier genauso wichtig wie der Blick auf Kosten und Ressourcen, die ein Unternehmen für das Kulturengagement einsetzt.

Die Corporate Social Responsibility (CSR) …

… wurde ja von mir bereits mehrmals im Startnext-Blog erwähnt. Dahinter steht der Gedanke, dass Unternehmen als gesellschaftliche Akteure in ihrer Umwelt handeln und diese so gestalten. Im Crowdfunding kann das potentielle Publikum aktiv in die Entstehung eines Kulturproduktes integriert werden. Dies sollte auch für Unternehmen möglich sein, denn: Auch in Unternehmen arbeiten kulturinteressierte und kreative Menschen. Und: Kulturinteressierte und kreative Menschen können auch die Zielgruppe der Unternehmen sein.

Fazit:

Mittels Crowdfunding sind neue kreative Kooperationsmodelle zwischen Unternehmen und Künstlern möglich. Im Web 2.0 vielleicht mehr denn je. Nirgendwo sonst können sich Künstler, Publikum und Förderer so einfach, kreativ und auf Augenhöhe begegnen: Kulturengagement 2.0.

Kreative Co-Finanzierung beim Projekt PODIUM 360 grad des PODUM Festivals 2011: Die Zukunftsstiftung Heinz Weiler hat jeden Unterstützerbetrag verdoppelt.

Habt ihr Fragen, Feedback oder Ideen zum Thema? Schreibt mir einfach einen Kommentar. 

Schlagwörter:

Ähnliche Blog-Artikel:

Crowdfunding für Bücher: Interview mit dem Autor Philipp Steuer vom Google+ Handbuch

03.02.2012

veröffentlicht von
Anja Barth

veröffentlicht in
Finanzierung

1

Kommentar(e)

Von dir gelernt
Ich bin wohl die erste Bürgerreporterin mit einem Krähenkopf. Hi-Schnabel auf! ist mein Motto. Eine Marotte von mir? Nein, ganz im Gegenteil. Dahinter steckt Strategie. Du hast viel zu meinem besseren Verständnis von Startnext beigetragen. Ich will demnächst mein Projekt darstellen und bilde mich auch über deinen Beitrag. Danke Dafür. Deine Lilla.


lilla lachschnabel


Webseite

am 04.02.2012 | 00:41

Zurück zur Übersicht

Startnext ist die größte Crowdfunding-Plattform für Künstler, Kreative und Erfinder im deutschsprachigen Raum. Projektstarter können ihre Projekte auf Startnext mit der Unterstützung von vielen Menschen finanzieren. Die Supporter bekommen als Gegenleistung individuelle Dankeschöns wie Design-Produkte, limitierte Ausgaben von Büchern, CDs oder Kunstwerken, Einladungen zu Premieren oder andere Belohnungen. Das Geld wird erst ausgezahlt, wenn der Starter sein Fundingziel erreicht - andernfalls geht das Geld an die Supporter zurück und neue Projekte können unterstützt werden.

Für Startups aus der Kreativwirtschaft und Unternehmen mit sozialgesellschaftlichen Anspruch bietet Startnext Optionen für die Erweiterung des Crowdfundings zum Crowdinvestment.